Zeckenschutz

So schützen Sie Ihr Kind vor den Folgen eines Zeckenstichs

Text zuletzt aktualisiert: 04.05.2026

Alles Wichtige zum Zeckenschutz im Überblick

  • Zecken können Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen.
  • Gegen FSME schützt eine Impfung. Sie wird besonders in Risikogebieten empfohlen.
  • Gegen Borreliose gibt es bisher keine Impfung, daher ist Vorbeugung besonders wichtig.
  • Schützen Sie Ihr Kind durch lange Kleidung, Insektenschutzmittel und gründliches Absuchen nach Aufenthalten im Freien. 
  • Wenn Sie eine Zecken entdecken, entfernen Sie sie möglichst schnell und vorsichtig. 
  • Beobachten Sie die Stichstelle und suchen Sie eine Arztpraxis auf, wenn Rötungen, Fieber oder andere Beschwerden auftreten.

Achtung, Zeckenalarm!

Mit der warmen Jahreszeit werden auch die Zecken wieder aktiv. Gerade Kinder sind gerne und viel im Freien unterwegs. Damit steigt das Risiko, im Garten, auf Spielplätzen oder im Wald von einer Zecke gestochen zu werden.

Ein Zeckenstich kann Krankheitserreger wie Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren übertragen. Lesen Sie hier, was Sie über eine Impfung wissen müssen, was nach einem Zeckenstich zu tun ist und welche Möglichkeiten es gibt, Ihr Kind vor den Folgen zu schützen.

Welche gesundheitlichen Risiken gibt es durch Zecken?

Die fiesen kleinen Blutsauger sitzen meist im hohen Gras oder im Gebüsch und gelangen beim Vorbeigehen auf die Haut. Dort setzen sie sich fest und können Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Aber nicht jede Zecke löst eine Erkrankung aus, trotzdem ist Vorsicht geboten. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie sich Erkrankungen zeigen und wie man sich davor schützen kann.

Borreliose

Eine Borreliose ist häufig schwer erkennbar. Sie wird durch Bakterien übertragen, die deutschlandweit und damit auch in Nordrhein-Westfalen verbreitet sind. Eine Erkrankung kann unbemerkt verlaufen oder ganz unterschiedliche Verläufe haben. 

Ein typisches Anzeichen für eine Erkrankung ist die Wanderröte. Der kreisrunde Hautausschlag tritt um die Einstichstelle auf, teils auch erst Wochen nach dem eigentlichen Zeckenbiss. 

Weitere Sypmtome können sein:

  • Fieber und Nachtschweiß
  • Gelenk- und Muskelschmerzen 
  • Müdigkeit
  • Geschwollene Lymphdrüsen

Die Krankheitssymptome treten oft erst einige Wochen nach dem Zeckenstich auf. Wird Borreliose frühzeitig erkannt, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden und Spätfolgen verhindern. Eine Impfung gibt es bisher nicht.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Bei FSME handelt es sich um eine Virusinfektion, die zu Entzündungen von Hirnhaut und Rückenmark führen kann. Die Viren kommen insbesondere in bestimmten Risikogebieten – hauptsächlich im süddeutschen Raum – vor. 

Typische Beschwerden ähneln einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In den meisten Fällen klingen die Symptome wieder ab und eine zweite Krankheitsphase bleibt aus. Es kann jedoch vor allem beim Erwachsenen zu einem schwereren Verlauf können, der Spätfolgen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Lähmungen auslöst.

Behandeln lassen sich nur die Symptome, wie Fieber oder Schmerzen. Der Krankheitserreger selbst ist nicht zu bekämpfen. Zur Vorbeugung gegen FSME gibt es allerdings eine wirksame Impfung.

FSME: Ist eine Impfung für mein Kind sinnvoll?

Die Impfung gilt als der wirksamste Schutz vor den Folgen einer Ansteckung mit FSME. Das gilt für alle, die viel draußen sind und betrifft kleine Kinder besonders. Denn sie spielen gerne und viel in der Natur und meist bodennah.

Vor allem, wenn Sie in einem sogenannten Risikogebiet leben oder dort Urlaub machen möchten, empfiehlt die „Ständige Impfkommission“, kurz STIKO, eine Impfung. Eine Karte mit den Zecken-Risiko-Gebieten können Sie beim Robert Koch Institut einsehen. Das erleichtert Ihnen die Risikoeinschätzung.

Die FSME-Impfung gilt als gut verträglich. Die STIKO empfiehlt sie als sichersten Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bereits für Kinder ab 12 Monaten. Es gibt zwei zugelassene Impfstoffe. Als Nebenwirkung kann bei Kindern für einige Tage Fieber auftreten. Mit steigendem Alter der Kinder nimmt diese Nebenwirkung ab.

Wichtig zu wissen: Es sind drei Impfungen nötig, um einen langfristigen Schutz aufzubauen. Bereits nach der zweiten Impfung tritt die Schutzwirkung ein. Eine Auffrischung sollte etwas alle 5 Jahre erfolgen. Die Impfungen werden in der Regel über einen Zeitraum von zwölf Monaten verabreicht. Es gibt bei Bedarf die Möglichkeit, innerhalb von fünf Wochen den vollen Impfschutz zu erlangen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt Eltern, sich in ihrer kinderärztlichen Praxis beraten zu lassen und mit einer medizinischen Fachkraft Risiken und Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Wer übernimmt die Kosten für die Impfung?

Die Kosten für eine FSME-Impfung liegen zwischen 30 und 50 Euro. Wenn Sie in einem „Risikogebiet“ leben, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Impfung. Möglicherweise gilt das auch, wenn Sie in einer Risiko-Region Urlaub machen wollen. Klären Sie diese Frage am besten vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse.

Die beste Vorsorge ist, Zeckenstiche möglichst zu vermeiden

Eine Zeckenimpfung wirkt nur gegen FSME, eine Impfung gegen Borriolose ist nicht möglich. Deswegen sollten Sie Ihr Kind möglichst immer vor Zeckenstichen schützen. Diese Tipps können helfen:

 

  • Geeignete Kleidung

    Achten Sie auf geeignete Kleidung: Lange Hosen und langärmlige Oberteile, die eng anliegen, können Zecken davon abhalten, auf die Haut Ihres Kindes zu gelangen. Die Socken ziehen Sie am besten über die Hose.

  • Helle Kleidung

    Wenn Ihr Kind helle Kleidung trägt, lassen sich Zecken besser sehen.

  • Feste Schuhe

    Ihr Kind sollte feste Schuhe tragen, die von allen Seiten geschlossen sind.

  • Regelmäßiges Absuchen

    Wenn Ihr Kind draußen war, sollten Sie es regelmäßig auf Zecken absuchen, besonders nach einem Ausflug in dicht bewachsene Gebiete. Achten Sie dabei besonders auf Bereiche wie Kopfhaut, Hals, Achselhöhlen, Bauchnabel, Leistenbereich und hinter den Ohren.

  • Vorbeugen

    Auch mit insektenabweisenden Lotionen können Sie vorbeugen. Tragen Sie das Mittel auf die unbedeckten Hautstellen Ihres Kindes auf. Beachten Sie bitte die Hinweise des Herstellers und prüfen Sie, ob das Mittel für das Alter Ihres Kindes geeignet ist.

  • Haustiere kontrollieren

    Vergessen Sie nicht, Ihre Haustiere auf Zecken abzusuchen. Zecken, die sich noch nicht festgesaugt haben, gelangen leicht vom Tier auf das Kind.

Was ist zu tun, wenn mein Kind von einer Zecke gestochen wurde?

Illustration: Bei der sicheren Zeckenentfernung wird die Pinzette unterhalb des Körpers der Zecke angesetzt
  • Entfernen Sie die Zecke möglichst schnell mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer Pinzette.
  • Wichtig: Vermeiden Sie es, die Zecke zu zerquetschen oder zu drehen. Dabei könnte der Körper der Zecke platzen und Bakterien in den Körper Ihres Kindes kommen.
  • Greifen Sie deshalb die Zecke am Kopf, so nah es geht an der Haut, und ziehen sie die Zecke langsam heraus.
  • Markieren Sie die Stichstelle am besten mit einem Kugelschreiber und beobachten Sie, ob es in den nächsten Tagen an der Stelle zu Hautveränderungen wie Rötungen kommt. Sowohl dann als auch bei Fieber oder Schmerzen in Folge eines Zeckenstiches sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.

Wo finden wir Hilfe und Beratung?

Bei Fragen rund um den Zeckenschutz und zu einer möglichen Impfung können Sie sich an Ihre kinderärztliche Praxis wenden.

Informationen zur Impfung gegen FSME erhalten Sie auf der Seite des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich und Infektion finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Institutes.

Zum Herunterladen und Ausdrucken gibt es ein Hinweisblatt des BIÖG zum Schutz vor Zecken und zu ihrer Entfernung.

„Warum ich mich vor Zecken in Acht nehmen muss“ heißt ein Kinderheftchen vom Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. Es kann kostenlos heruntergeladen werden und eignet sich gut zum Vorlesen.